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Lernbauernhof Rauenthal - Klarstellung vonnöten

Foto: O. Gebauer

„Ich bin die ständigen persönlichen Angriffe seitens des Vereins Rauenthaler Naturpädagogik leid“, kommentiert der Vorsitzende der FDP-Stadtverordnetenfraktion, Rainer Scholl, die jüngsten Auslassungen des Vereins gegenüber seiner Person. Dabei geht es um die Initiative des Vereins, im Rauenthaler Lernbauernhof Krippenplätze einzurichten und seine Aussage, dass Scholl sich als Gegner des Projekts und „Hardliner“ gegenüber den Befürwortern innerhalb der FDP durchgesetzt habe.

Eltville 1.3.2010 - Dies sei unwahr, so Scholl, denn die Eltviller FDP habe von Anfang an einvernehmlich eine klare Stellung gegenüber dem Projekt bezogen, wobei man die Einrichtung einer Kinderkrippe befürwortet, sich aber eindeutig gegen den geplanten Standort „Lernbauernhof“, mitten im Naturschutzgebiet am Rauenthaler Wald gelegen, ausgesprochen habe.

Der landwirtschaftliche Betrieb mit Schäferei und Lernbauernhof sei 2004 als privilegiertes Vorhaben im Außenbereich verbunden mit entsprechenden projektbezogenen staatlichen Subventionen genehmigt und gebaut worden.

Dies sei damals schon ein außerordentlicher Einschnitt gewesen, dem die FDP sehr skeptisch gegenüber gestanden habe, gibt Scholl zu Bedenken, denn nur kurze Zeit vorher habe man seitens der unteren Naturschutzbehörde noch nicht einmal die Errichtung eines Bienenstandes in dem Gebiet erlaubt. Gleichzeitig wurde in diesem als „Rauenthaler Frischluftschneise“ deklarierten sensiblen Bereich einem Unternehmen an der Großen Straße ein eigengenutzter Wohnungsbau neben seiner Betriebshalle untersagt und Pappeln am Sportplatz durften nicht gefällt werden.

Was die Schäferei anginge, so Scholl, sei das pädagogische Konzept eines Lernbauernhofes letztendlich nie umfänglich realisiert worden. Stattdessen wolle man nun durch die Einrichtung von Kindergarten- bzw. Krippenplätzen eine Nutzungsänderung herbeiführen, die dem ursprünglich subventionierten Projekt nicht mehr entspricht.

Genau dafür befände sich der Bauernhof jedoch am falschen Standort, denn die dazu notwendige Infrastruktur sei in diesem Gelände nicht vorhanden. Ein Beispiel dafür sei der tägliche Bring- und Holverkehr zu Fuß oder per Auto, den die Einrichtung verursachen werde.

Dafür gäbe es jedoch bisher keine durchgängige befestigte und beleuchtete Wegführung. Die müsste erst noch geschaffen werden, und das im Naturschutzgebiet, so die Liberalen. Dies müsse auch dem Verein, der ja wiederholt die ökologischen Aspekte seines Konzepts hervorhebe, eigentlich zu Denken geben.

Für die Stadt Eltville bedeute dies auf alle Fälle Investitionen in beträchtlicher Höhe für einen dezentral gelegenen Krippenstandort mit 10-15 Plätzen. Angesichts dieser Sachlage, erlaube sich die FDP nun einmal eine andere Meinung.

„Es wäre wünschenswert, wenn man uns diese seitens des Vereins für Naturpädagogik auch zugestehen würde, anstatt mich persönlich durch Unterschriftenaktionen anzugreifen und zu diffamieren“, fordert Scholl. Die FDP wolle Krippenplätze zentral im Dorf und setze deshalb auf ein diesbezügliches Übereinkommen mit dem Rauenthaler Kindergarten.

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